Asamkirche St. Johannes Evangelista

 

 

Bedeutung

 

Innerhalb der Oberpfalz nimmt die ehemalige Benediktiner-Abtei- und jetzige Pfarrkirche in Michelfeld eine Stellung mit Rang ein und ist

immer einen Besuch wert. 

Gruppenführungen sind nach Absprache

im Pfarramt, Hauptstr. 2, 91275 Auerbach - Tel. 09643 - 20 45 20

oder bei Luitpold Dietl, Tel. 09643 - 1511 jederzeit möglich.


Der Raum wirkt zwar etwas gedrückt, vor allem durch die allzu hochgezogenen oberen Em po- ren, aber er stellt eine bemerkenswerte architektonische Lösung in jener Zeit dar, an die sich dann das bedeutendere Waldsassen (vgl. Führer Nr. 2) anschließt. Auch hier ist der Einfluss von Böhmen eindeutig sichtbar. Wolfgang Dientzenhofer fand aber auch persönliche Gestalt- ungen. Der berühmten Rokoko-Kirche in Birnau am Bodensee nimmt er um fünf Jahrzehnte früher das wirkungssichere Motiv vorweg: man tritt zuerst durch einen kleinen dunklen Raum und dann erst öffnet sich die lichterfüllte Kirche. - Der Wert in künstlerischer Hinsicht liegt auf der Ausstattung. Der junge C. D. Asam geht hier wieder einen Schritt weiter: zu der fast quadratischen Bildform, wird freier in Komposition und Figurenbehandlung und übt sich in der Scheinarchitektur und Perspektive im Chor; die Dramatik verdichtet sich. Ein charakteris- tisches und gutes Werk des jungen Egid Quirin Asam ist der vornehme Hochaltar mit hoheits- voller Farbgebung. Stammt auch der Deckenstuck nicht von ihm, so verbleibt der Kunstwis- senschaft doch die Aufgabe, den guten Meister zu erkennen, der gegen 1720 so vortreffliche Flachrelief-Figuren und elegante Ornamentfelder schaffen konnte. Die Oberpfalz besitzt kein Gegenüber. Die Motivauswahl ist nicht sehr reich, aber im einzelnen geschmackvoll. Ob die grüne Grundtonfarbe schon 1720 entstanden war? - Auch die Altarentwürfe gehen auf einen vorzüglichen Meister zurück. Volkstümlich ist die interessante und seltene Holz- und Leinen- verkleidung (mit aufgemalten Blumenvasen), die sich durch alle Seitenkapellen zieht. In be- merkenswerter Weise haben sich hier oberpfälzische, altbayerische, böhmische, italienische und frühe französische Einflüsse vereint.